Bunter Karneval in der Dominikanischen Republik

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Die Dominikanische Republik feiert derzeit das größte und bedeutsamste Fest: Karneval. Die Mischung aus Kultur, Tradition und Religion lässt bei Dominikanern sowie Besuchern aus aller Welt die Herzen höher schlagen, wenn sich Einwohner verkleiden und mit bunten, klirrenden Kostümen für wahre Lebensfreude auf den Straßen sorgen.

Das wichtigste Kulturereignis in der Dominikanischen Republik ist der große nationale Umzug am 6. März 2016. Zuschauer erwartet im Malecón Santo Domingo´s, an der Strandpromenade der dominikanischen Hauptstadt, ein unvergessliches Spektakel mit typischen, bunten Teufelskostümen. Die Bedeutungen vom Teufel sind übrigens vielfältig: Er wird so als Sinnbild der Kolonialherren, als Fabelwesen oder einfach nur als Fluchtmöglichkeit aus dem Alltag interpretiert.

Zentrum des Faschings ist aber La Vega, im Cibao-Tal am Ufer des Flusses Rio Camú, im Landesinneren der Dominikanischen Republik. In Rhythmen von Merengue und Bachata feiern die Einwohner von La Vega zusammen mit Besuchern jeden Sonntag im Februar unzählige Partys und Veranstaltungen. Der Startschuss erfolgte bereits am 30. Januar 2016 mit der Wahl zum „Rey de Carnaval“, zum König des Karnevals. Beim sonntäglichen Karnevalsumzug verwandeln sich die Straßen in ein Meer voller bunter „diablos co­juelos““ (hinkende Teufel). Zum Fasching in La Vega gehören aufgeblasene Schweinsblasen, die ähnlich wie ein Luftballon an Schnüren befestigt sind. Diese klatschen vor allem die Jüngeren traditionell auf den Po von bekannten oder auch unbekannten Feiernden. Das tut nicht weh, sorgt aber durch das laute Klatschen für Belustigung der Kinder und Jugendlichen.

Typisch für den dominikanischen Fasching ist die Figur „Roba la Gallina“ (Klau die Henne). Es handelt sich hierbei um einen als Frau verkleideten Mann, mit farbigen Kleidern, breiten Hüften, großen Brüsten und ausgestrecktem Po, der neben Singen und Tanzen Süßigkeiten aus seinem großen Portemonnaie verteilt. Diese Tradition geht Geschichten zufolge auf die haitianische Besetzung in der Dominikanischen Republik zurück (1822-44): wenn jemand beim Klauen von Hennen erwischt wurde, musste er als Strafe mit Federn am Körper in dieser etwas ungemütlichen Haltung vor dem Publikum laufen. Heutzutage ist Karneval ohne diese witzige Rolle undenkbar.

Weitere berühmte Orte für den festlichen Karneval in der Dominikanischen Republik sind Puerto Plata, Río San Juan, Constanza, Montecristi, Samaná, Higuey, La Romana und Santiago. Am 12. März 2016 findet in Punta Cana die jährliche Parade mit Karnevalstruppen aus dem gesamten Land, kostümierten Figuren und sensationellen Live-Auftritten statt.

Die Anfänge des dominikanischen Karnevals reichen bis zum 16. Jahrhundert zurück. Bereits im Jahr 1510 gab es die ersten kleinen Umzüge mit verkleideten Einwohnern in La Vega. Masken, Kostüme und Tänze setzen sich aus einer Mischung aus afrikanischen Ele­menten und Traditionen zusammen, die damals von Sklaven in die „neue Welt“ mitge­bracht wurden, sowie aus den Trachten und Bräuchen der eingewanderten Europäer. Wichtig sind die Lebensfreude und die angeborene Fröhlichkeit der Dominikaner, die während des Karnevals noch einmal ausgelebt werden, bevor sich die sechswöchige Fastenzeit anschließt.

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